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Redebeiträge im Plenum

Rede vom 29.03.2012
Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg - 20. Wahlperiode - 29. Sitzung

Aktuelle Stunde (Anmeldung durch FDP): igs statt Naturschutz: Senat opfert 25 Jahre Wilhelmsburger Renaturierung

Dr. Kurt Duwe FDP: Frau Präsidentin, meine Damen
und Herren!

Die Dratelnstraße und ein Feuchtbiotop sind natürlich Anlass für eine Debatte in diesem Haus, wenn man bedenkt, dass daran eine sehr große Veranstaltung hängt, die igs in Wilhelmsburg, eine sechsmonatige Show-Veranstaltung. Dafür hat dann ein Stadtteil wie Wilhelmsburg die Folgen zu tragen.

Ich beginne mit einem Zitat von Dr. Michael Freytag vom 15. Januar 2007: "Dies ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Internationalen Gartenschau 2013, einem Leitprojekt der Stadt Hamburg, das seine Sonnenstrahlen vorausschickt."

Mindestens 3000 gefällte Bäume, viele Hektar plattgemachter Feuchtbiotope und noch mehr Millionen Euro Steuergelder später lesen wir auf der Internetseite der igs 2013: "Die Internationale Gartenschau Hamburg igs 2013 ist der grüne Impulsgeber der Freien und Hansestadt Hamburg für die stadtentwicklungspolitische Erschließung des Hamburger Südens."

Wo geschieht das alles? Auf einem rund 100 Hektar großen Gebiet, dem früheren Wilhelmsburger Park, also nicht irgendwo auf einer grünen Wiese oder im Hafengebiet, sondern in einem bestehenden Park, der umgestaltet wird. Was sagt die igs heute?

"Themen wie Klimaschutz, Gesundheit und Naturschutz werden über vielfältige Aktionen und Präsentationen für den Besucher erlebbar gemacht."

Womit wir dann beim Thema Naturschutz wären,

(Jens Kerstan GAL: Dass eine Nabelschau
kein Naturschutz ist, hätte ich Ihnen vor
zehn Jahren schon sagen können!)

nachdem auf dem Gelände die Lebensräume von Haselmäusen und Eisvögeln nachhaltig zerstört worden sind. Auch Herr Baumgarten, der im BUND eine sehr hohe Stellung hat, müsste wissen, was denn die igs zum Beispiel über die Gärten der Naturwelten so von sich gibt – Zitat –:

"Die Gärten zeigen die 'Natur' der Zukunft. 'Garten der fliegenden Erdbeeren' heißt etwa eine der fünf Interpretationen oder 'Gärtnern auf dem Mars'. Der Charme dieser Welt ergibt sich aus dem Kontrast zwischen der natürlich gewachsenen und gestalteten, ja gestylten Natur. Hier das hohe Ried, dort die interaktiv animierten Pflanzen, interplanetarischen Gärten und die Nahrungsmittel der überfischten Zukunft: Planktonkuchen, Quallenschnitzel, Algensalat."

(Beifall bei Dr. Andreas Dressel SPD – Jens
Kerstan GAL: Was wollen Sie eigentlich?
Dass es keine igs gibt?)

"In den Naturwelten erleben die Besucher den Kontrast zwischen den vielseitigen Natur- und Kulturlandschaften […] und einem Blick auf die Nahrungsmittelproduktion des 21. Jahrhunderts vor dem Hintergrund des Klimawandels und der Bekämpfung des Welthungers."
– Zitatende.

Sie sehen, Sie werden eine Menge erleben. Einen wirklichen Kontrast aber werden Sie spüren, wenn Sie auf der Internetseite nach unten scrollen. Unter der Überschrift "Geländedokumentation 2008" können Sie auf einem Video sehen, wie es dort vorher aussah. Das sah sehr viel mehr nach Natur aus als das, was man jetzt daraus macht.

(Beifall bei der FDP und bei Tim Golke und
Heike Sudmann, beide DIE LINKE)

Der ökologische Wert dieser nun plattgemachten Natur wird nicht bestritten, man verspricht, den Schaden an anderer Stelle auf der Elbinsel wiedergutzumachen, und zwar auf den offenen Wiesenflächen in Moorwerder und Stillhorn. Bauern, die dort extensive Rinderzucht betrieben haben, werden die Pachtverträge gekündigt, den Bodenbrütern werden in Gestalt von Neupflanzungen Bäume vor den Schnabel gesetzt. Aus einer freien Wiesenlandschaft entsteht nach und nach ein Flickenteppich von Ausgleichsflächen mit unterschiedlichsten Ersatzbiotopen. Nach dem Wilhelmsburger Stadtpark ist Moorwerder das zweite
Naturopfer auf der Elbinsel. Nach 2013 werden der Erhalt des igs-Parks und der Aufwand für die Ausgleichsmaßnahmen weiterhin die Stadt belasten. Das alles hätte man sich sparen können, wenn die Gartenschau auf einer Konversionsfläche errichtet worden wäre.

(Andy Grote SPD: Wo denn zum Beispiel?)

– Lettow-Vorbeck zum Beispiel. Noch einmal zusammengefasst: Die Standortentscheidung für diese sechsmonatige Showveranstaltung war falsch.

(Jens Kerstan GAL: Ach, Sie wissen doch gar nicht, wovon Sie reden!)

Die Folgekosten für die Natur, für die Wilhelmsburger und für die Steuerzahler sind skandalös. Außerdem ist die geistige Windstille vieler selbsternannter Naturschützer in dieser Stadt beim Thema igs unerträglich. – Vielen Dank.

(Beifall bei der FDP)

Das gesamte Sitzungsprotokoll der 29. Sitzung hier als pdf-Datei herunterladen!

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